Haiku aus Corona-Zeiten

Manchmal dichte ich auch 😉

Am liebsten Haiku[s]. (Der Duden erlaubt beide Pluralformen.)

Hier einige aus 2020 und 2021:

 

I.

Storch auf der Wiese

Natur erobert sich Land

Kein Mensch, nur Ruhe

 

II.

Im Balkongarten

Spatzen hüpfen und picken

Zwitschern mit Inbrunst

 

III.

Eichhörnchen-Besuch

Knabbert Sonnenblumen-Saat

Die kleinen Freuden

 

IV.

Der Mond silbrig hell

Wolken malen weiß im Blau

Die Erde weit weg

 

V.

Zeit vergeht, steht still

Blaues Wasser, roter Stein

Die Bäume warten

 

VI.

Das schwarze Raubtier

Schleicht lauernd durch die Dunkelheit

Gras biegt sich im Wind

 

Auf der Website der Stadt Heidelberg findet ihr drei weitere Haiku von mir.

Warum ich nicht mehr blogge

Mein Internet-Auftritt ist zurzeit recht spartanisch, denn ich habe meine Blogs aus dem Netz genommen. Der Grund ist die DSGVO. Ich hatte die  Blogs bei den Anbietern Blogspot (das Schreibblog) bzw. WordPress.com (eines über Krimis, das andere über Wissenschaft) eingerichtet und ich habe nicht gesehen, wie ich sie zu 100 Prozent DSGVO-konform gestalten konnte. In Deutschland ist das besonders prekär, weil es hier, anders als in vielen anderen Ländern, die Möglichkeit der Abmahnung gibt. Leider will es mir auch nicht gelingen, auf dieser Website ein Blog/Blogs einzubinden.

Was schade ist, weil ich es wirklich genossen habe, völlig frei von Verlagen und anderen “Gatekeepern” Posts zu den jeweiligen Themen zu schreiben und zu veröffentlichen und so auf direktem Weg interessierte Leserinnen und Leser zu erreichen. Jetzt schreibe ich, weniger und hauptsächlich über meine Krimis, auf meiner Facebookseite und bei Instagram. Und ich bin nicht die Einzige, die sich für diesen Weg entschieden hat. Ein Forschritt?

Ich habe nun überlegt, meine Website plus Blogs bei einer anderen Host-Plattform neu und entsprechend den Vorschriften aufzusetzen, weil mir meine Blogs doch sehr fehlen. Allerdings soll demnächst die ePrivacy-Verordnung in Kraft treten. Bereits in das Verstehen und Umsetzen der DSGVO habe ich unglaublich viel Zeit gesteckt, nicht Stunden, sondern Tage. Das droht dann im Hinblick auf die neue Verordnung wieder (bzw. schon jetzt nach dem  Urteil des EuGH in Bezug auf Cookies). Zumal sich ja nicht einmal Fachleute einig sind, was man tun muss und tun darf.

Fazit: Ich glaube, dass wir alle besser damit bedient sind, wenn ich meine Zeit und (Gedanken)Kraft in Geschichten für neue Bücher investiere und meine Website vorerst so minimal und cookie-frei lasse, wie sie im Moment ist. Im Hinblick auf meine Schreibtipps habe ich mir außerdem einige Auswege überlegt. (S. oben und ganz unten auf dieser Seite.)

In Bezug auf Schreibratschläge, wie ich sie in meinem Blog über Jahre gegeben habe, erprobe ich nach einer Pause inzwischen neue Formen des Veröffentlichens.

Denn das Schreiben über das Schreiben hat mir gar zu sehr gefehlt 🙂

Eine detaillierte Aufzählung finden Sie zum Beispiel auf der Startseite meiner Website.

Und natürlich können Sie jederzeit meine Schreibratgeber lesen, die Sie hier finden.

Über Terrorismus berichten – ohne den Schaden zu vergrößern

Das Folgende habe ich alles im August 2017 in meinem inzwischen aus dem Netz genommenen Blog Mehr wissen, besser leben gepostet und jetzt hierhin kopiert, damit ich dazu verlinken kann. Leider ist es immer noch und immer wieder Thema.

Das September-Heft von Psychologie Heute enthielt 2017 meinen Artikel über die (Wechsel)Beziehung zwischen Terrorismus und den Medien. Der Titel: Terror ist gut fürs Geschäft. Vieles davon lässt sich auch auf ähnliche Gewalttaten, etwa sogenannte Amokläufe, übertragen.

Hier die wichtigsten Quellen und im Anschluss daran weitere interessante Funde zum Thema, die ich gemacht habe, nachdem ich den Artikel schon eingereicht hatte.

Die wichtigsten Quellen:

Buch

Frank J. Robertz, Robert Kahr (Hgg.): Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus. Springer, Berlin 2016

Wichtige Artikel:

(Reihenfolge der Angaben: Autoren/Titel/Zeitschrift/Nr./Jahr/Seiten/DOI)

Erin M. Kearns, Allison Betus, Anthony Lemieux/Why Do Some Terrorist Attacks Receive More Media Attention Than Others?/SSRN/5. März 2017/https://ssrn.com/abstract=2928138

Erin M. Kearns, Allison Betus and Anthony Lemieux, Yes, the media do underreport some terrorist attacks. Just not the ones most people think of. https://www.washingtonpost.com/news/monkey-cage/wp/2017/03/13/yes-the-media-do-underreport-some-terrorist-attacks-just-not-the-ones-most-people-think-of

Daniel Geschke, Jana Eyssel, Wolfgang Frindte/ Immer richtig informiert? –Zusammenhänge zwischen Fernsehkonsum und Islamophobie/ In Farid Hafez (Hrsg.), Jahrbuch für Islamophobieforschung, New Academic Press, Wien 2014/162-179

Charlie Beckett/Fanning the Flames: Reporting on Terror in a Networked World/22. September 2016/https://www.cjr.org/tow_center_reports/coverage_terrorism_social_media.php

Michelle Slone/Responses to Media Coverage of Terrorism/Journal of Conflict Resolution/44(4)/2000/508-522/10.1177/0022002700044004005

Sarah Oates/Comparing the Politics of Fear: The Role of Terrorism News in Election Campaigns in Russia, the United States and Britain/International Relations/20(4)/2006/425-437/10.1177/0047117806069404

Bertel T. Hansen, Søren D. Østergaard, Kim M. Sønderskov, Peter T. Dinesen/Increased Incidence Rate of Trauma- and Stressor-Related Disorders in Denmark After the September 11, 2001, Terrorist Attacks in the United States/American Journal of Epidemiology/184(7)/2016/494-500/10.1093/aje/kww089

Alison Holman, Dana Rose Garfin, Roxane Cohen Silver/Media’s role in broadcasting acute stress following the Boston Marathon bombings/PNAS/111(1)/2014/93-98/10.1073/pnas.1316265110

Sherry Towers, Andres Gomez-Lievano, Maryam Khan, Anuj Mubayi, Carlos Castillo-Chavez/Contagion in Mass Killings and School Shootings/PLoS ONE/10(7)/2015/10.1371/journal.pone.0117259

Außerdem:

„Transparenz ist das Gebot der Stunde“, Interview mit Bernhard Pörksen, https://www.ndr.de/kultur/Sollte-mehr-ueber-Positives-berichtet-werden,journal690.html

Bruce Hoffman, Inside Terrorism, Chapter One, http://www.nytimes.com/books/first/h/hoffman-terrorism.html

Jason Burke, How the changing media is changing terrorism, https://www.theguardian.com/world/2016/feb/25/how-changing-media-changing-terrorism

Scott Atran, Mindless terrorists? The truth about Isis is much worse, https://www.theguardian.com/commentisfree/2015/nov/15/terrorists-isis

Nicky Woolf, Fox News site embeds unedited Isis video showing brutal murder of Jordanian pilot, https://www.theguardian.com/media/2015/feb/04/fox-news-shows-isis-video-jordan-pilot

„Je fremder, desto schlimmer unsere Fantasien“, Interview mit Ortwin Renn, http://www.zeit.de/wissen/2017-02/sicherheit-deutschland-fluechtlinge-risikoforschung

Alexander Spencer, Terrorism and the Media,  http://www.ahrc.ac.uk/documents/project-reports-and-reviews/ahrc-public-policy-series/terrorism-and-the-media/

Interessante spätere Funde, die mit dem zu tun haben, was ich in meinem Artikel beschreibe:

– Zum Thema selbst ein vor Kurzem erschienener Beitrag von einer Expertin (Brigitte Nacos): London’s Latest Terrorist Attack: Another Example of Mass-Mediated Contagion of Political Violence

– Zu: Was ist Terrorismus und was nicht? (Fließende Übergänge): https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/may/25/neo-nazi-islamist-terror-narratives-upside-down

– Guter Rat für die Medien – und uns alle – von Mr. (Fred) Rogers: https://www.youtube.com/watch?v=-LGHtc_D328

– Metaphern beeinflussen das Handeln https://www.theatlantic.com/politics/archive/2017/06/the-blurry-line-between-violent-talk-and-violent-action/530367/?utm_source=nl-atlantic-daily-061417

– Die Polizei Oberbayern Süd schrieb auf Facebook über ein anderes Phänomen, bei dem die Berichterstattung zu Nachahmungen führt (Hervorhebungen von mir):

Eine angeblich hochgefährliche Internet-Challenge macht derzeit Schlagzeilen und das ist genau das Problem – Die Challenge bekommt gerade durch die massive Medienberichterstattung Aufwind und so werden vor allem Jugendliche darauf aufmerksam. Wie bei vielen Phänomenen ist die Berichterstattung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll gewarnt werden, andererseits weckt gerade die dramatische Darstellung erst das Interesse an einem Phänomen.

In Deutschland sind derzeit nur vereinzelte Fälle bekannt, bei denen die sog. #BlueWhaleChallenge angeblich Auslöser für Selbstverletzungen gewesen sein soll.

Panikmache in sozialen Netzwerken oder auch im realen Leben bewirken erst, dass solche Challenges zum Hype und somit verbreitet werden. Wir raten daher dringend davon ab, entsprechende Meldungen unreflektiert zu teilen.

– Interview mit dem Wissenschaftler Michael Jetter: Is There a Link Between Mass-Media and Mass-Murder?

Selbstverpflichtung gegen den Terror (Digitale August-Notizen)

– Neues Forschungsprojekt: http://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/de/projects/verantwortliche-terrorismusberichterstattung

– Neue Studie, Zitat: „If terrorists do not receive media attention, they will attack less.“, s. https://doi.org/10.1016/j.jpubeco.2017.07.008

How graphic is too graphic when covering Florida high school shooting?

– Sehr interessanter Beitrag zum Amoklauf in Florida: In Parkland, journalism students take on role of reporter and survivor

Hier ein Absatz, in dem es um einen Aspekt geht, den ich auch in meinem Artikel anspreche:

Still, the student newsroom is faced with the same dilemmas—and choices—as all working journalists. Nookala laments that the shooter’s face (and stories about his homelife) seemed to crowd coverage of the victims, and of the survivors now rallying political support for gun control—a longstanding journalistic dilemma. The student reporters can’t control the decisions of mainstream media, but they can make journalistic calls of their own: Neither of the stories Ma and Nookala wrote for The Eagle Eye name the shooter.